Humus - lebendige Erde

Humus entsteht durch das Zusammenspiel von Pflanzen mit den Bodenlebewesen (Mikroorganismen, Pilze, Insekten, etc.). Wurzelausscheidungen, Pflanzenreste und auch abgestorbene Bodenlebewesen werden kontinuierlich verstoffwechselt und lebend im Boden verbaut. Der Humusgehalt des Ackerbodens wird daher maßgeblich von der Art der Bewirtschaftung beeinflusst. Durch eine Änderung der Bewirtschaftung ändert sich auch der Humusgehalt.

Was passiert beim Humusaufbau?

Pflanzen ist es möglich, CO2 aus der Luft aufzunehmen und in Zucker bzw. in der Folge in organische Masse (Blätter, Früchte, Holz, Wurzeln und Wurzelauscheidungen) umzuwandeln. Auch der Mensch, mit all seinem Wissen und der gesamten zur Verfügung stehenden Technik, ist dazu nicht in der Lage! Wenn die Pflanze abstirbt und am Acker bleibt, wird die organische Masse von Bakterien, Pilzen und Kleinlebewesen wieder zerlegt und umgewandelt. Durch diesen Prozess kann Humus im Boden angereichert werden.  Ein Teil des enthaltenen Kohlenstoffs (C) wird zusammen mit Sauerstoff (O2) wieder zu CO2 umgewandelt und entweicht in die Atmosphäre. Der Humus im Boden besteht zu 58 % aus Kohlenstoff. Wenn es also gelingt, den Humusgehalt des Bodens zu erhöhen, so wird der darin enthaltene Kohlenstoff langfristig gespeichert und entweicht nicht als CO2 in die Atmosphäre.

Humusaufbau bedeutet also, dass ein Teil des Kohlenstoffs, der in der Pflanze gebunden wurde, nicht wieder freigesetzt, sondern in stabile Humusstoffe (Huminsäuren) umgewandelt wird.

Humusabbau bedeutet, dass nicht nur die gesamte organische Masse, die auf dem Boden gewachsen ist, wieder zerlegt wird, sondern dass zusätzlich auch die Humusvorräte im Boden angegriffen werden und der darin gespeicherte Kohlenstoff in Form von CO2 in die Atmosphäre entweicht. In den letzten Jahrzehnten wurde weltweit „humuszehrend“ gewirtschaftet – das heißt, dass die Humusreserven der Ackerböden durch die Bewirtschaftung (Bodenlockerung, Handelsdünger, Spritzmittel, Monokulturen etc.) reduziert wurden. Im Vergleich zu den 1930er-Jahren haben wir nur mehr ein Drittel bis maximal die Hälfte des ursprünglichen Humusvorrates im Boden. Durch eine Änderung der Bewirtschaftungsweise von Ackerflächen kann im Boden Humus aufgebaut, sowie langfristig stabilisiert werden und nicht als CO2 in die Atmosphäre entweichen.

 

Prinzipien des Humusaufbaus

Der Humusgehalt des Ackerbodens wird neben dem Ausgangsgestein und dem vorherrschenden Klima maßgeblich von der Art der Bewirtschaftung beeinflusst. Durch eine Änderung der Bewirtschaftung ändert sich somit auch der Humusgehalt. Maßnahmen, die das Ausmaß des Humusaufbaus hauptsächlich mitentscheiden, lassen sich in drei große Prinzipien einteilen:

Empfehlungen durch Humus+

Durch eine Änderung der Bewirtschaftungsweise kann im Boden Humus aufgebaut und stabilisiert werden.

Ziel dieses Projektes ist es, die Böden in möglichst kurzer Zeit zu sanieren und Humus aufzubauen. Die einzelnen Landwirte werden dabei fachlich informiert und entsprechend geschult (siehe auch Humus+Bildung). Im Gegensatz zu allen anderen „Qualitätssicherungsprogrammen" werden dem Landwirt hierbei keine zwingenden Auflagen erteilt, welche der einzelnen Maßnahmen umzusetzen sind. Es werden also lediglich Empfehlungen abgegeben und beim einzelnen Landwirt der Erfolg des Humusaufbaues gemessen. Dadurch kommt es zu einer Vielzahl an unterschiedlichen Wegen, wie erfolgreiche Humusanreicherung funktionieren kann. Durch ein entsprechendes Auswertungstool können in der Folge die Empfehlungen für erfolgreichen Humusaufbau überprüft und verbessert werden.

 


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